Rechtliche Zusammenhänge wirken oft kompliziert. Wir möchten Ihnen helfen, die wichtigsten Begriffe aus unserem Arbeitsalltag besser einzuordnen. Wenn Sie Ihren Kaufvertrag verstehen oder wissen möchten, was genau mit der Beglaubigung einer Urkunde passiert, stehen wir Ihnen mit klaren Erläuterungen zur Seite. Dennoch ersetzt dieses Lexikon keine Beratung im konkreten Einzelfall. Für Ihre persönlichen Fragen vereinbaren Sie gern einen Termin.
Was passiert eigentlich bei einer notariellen Beurkundung?
Bei der Beurkundung erstellt der Notar eine öffentliche Urkunde über eine rechtserhebliche Erklärung der Beteiligten, die inhaltlich geprüft, vorgelesen und von allen Parteien unterschrieben wird. Dieser Vorgang sichert die formellen Voraussetzungen des Vertrages. Die Urkunde dient als Beweismittel vor Gericht. Sie dokumentiert den Willen aller Beteiligten zweifelsfrei.
Ein Beispiel aus der Praxis: Sie verkaufen ein Grundstück. Der Kaufvertrag wird verlesen und unterschrieben. Damit ist die Angelegenheit rechtlich noch nicht erledigt. Der Notar kümmert sich um die Eintragung ins Grundbuch. Erst mit dieser Eintragung geht das Eigentum rechtlich auf den Käufer über. Die Urkunde belegt den vollständigen Vorgang für die Zukunft.
Die Beglaubigung hingegen bestätigt lediglich die Echtheit einer Unterschrift. Der Inhalt des Dokuments wird dabei nicht geprüft. Das unterscheidet die Beglaubigung grundlegend von der Beurkundung. Für viele Behörden reicht eine Beglaubigung völlig aus. Man denke an die Bestätigung einer Kopie für eine Anmeldung.
Wie funktioniert die Übertragung von Eigentum und was regelt das Grundbuch?
Das Grundbuch ist das amtliche Verzeichnis, das alle Rechte an einem Grundstück dokumentiert, einschließlich der Eigentümer, Lasten und Hypotheken, und wird bei jedem Immobilienkauf vom Notar aktualisiert. Ohne diesen Eintrag ist der Käufer rechtlich gesehen noch nicht der neue Eigentümer. Die bloße Unterschrift unter den Kaufvertrag reicht nicht aus. Der Notar beantragt die sogenannte Auflassungsvormerkung. Diese schützt den Käufer vor anderweitigen Verfügungen des Verkäufers während der Übergangszeit. Erst wenn der Kaufpreis gezahlt ist, wird das Eigentum endgültig umgetragen.
Beim Wohnungseigentum kommt das Wohnungseigentumsgesetz zur Anwendung. Die WEG regelt das Verhältnis der Eigentümer untereinander. Sondereigentum umfasst die eigenen vier Wände. Gemeinschaftseigentum betrifft Dach, Fassade und Treppenhaus. Eine Teilungserklärung teilt das Gebäude in einzelne Wohnungen auf.
Das Mietrecht berührt das Wohnungseigentum häufig an den Rändern. Ein Eigentümer vermietet sein Sondereigentum an Dritte. Streitigkeiten aus dem Mietrecht enden oft vor dem Amtsgericht. Der Anwalt prüft die Wirksamkeit von Kündigungen oder Mieterhöhungen. Klare vertragliche Regelungen verhindern viele Konflikte von vornherein.
Was bedeutet Erbfolge und wie wird ein Testament rechtssicher erstellt?
Die Erbfolge bestimmt, wer das Vermögen eines Verstorbenen erhält, wobei ein Testament den gesetzlichen Erben abliefert und durch den Notar errichtet, sicher verwahrt und im Zentralen Testamentsregister eingetragen wird. Stirbt der Erblasser, ermittelt das Nachlassgericht die letztwillige Verfügung. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge. Das Gesetz ordnet die Verwandtschaft in verschiedene Ordnungen ein. Ehepartner und Kinder stehen stets an erster Stelle. Ein Testament schafft hier klare Verhältnisse und vermeidet Erbstreitigkeiten. Der Notar prüft die Formvorschriften und stellt die Handlungsfähigkeit des Erblassers fest.
Ein handschriftliches Testament kann im Nachhinein zu Auslegungsproblemen führen. Unklare Formulierungen verursachen jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen. Die notarielle Errichtung schließt diese Unsicherheit weitgehend aus. Der Notar formuliert den Willen in rechtssichere Sätze. Die Urkunde bleibt amtlich verwahrt und geht nicht verloren.
Ein Erbe kann die Erbschaft ausschlagen, wenn der Nachlass überschuldet ist. Diese Ausschlagung muss fristgerecht beim Nachlassgericht erklärt werden. Der Notar beurkundet die entsprechende Erklärung. So wird dokumentiert, dass der Erbe das Erbe nicht antreten möchte. Die Kosten für diese Beurkundung übersieht man leicht.
Wie verläuft eine Scheidung und welche Vermögensfragen müssen geklärt werden?
Eine Scheidung beendet eine Ehe rechtlich verbindlich und erfordert die Regelung von Unterhalt, Versorgungsausgleich, Zugewinn und der Aufteilung des gemeinsamen Eigentums durch das Familiengericht. Der Anwalt vertritt die Interessen seines Mandanten außergerichtlich und vor Gericht. Die Ehepartner müssen seit mindestens einem Jahr getrennt leben. Erst dann kann der Antrag eingereicht werden. Der Versorgungsausgleich teilt die Rentenansprüche beider Partner. Ohne notariellen Vertrag entscheidet das Gericht über diese Punkte.
Viele Eheleute regeln die Scheidungsfolgen vorab durch einen Vertrag. Ein Notar beurkundet diese Vereinbarung. Dadurch behalten die Parteien die Kontrolle über ihre Vermögenswerte. Der Anwalt berät unabhängig vom Notar über die Fairness der Konditionen. Eine einvernehmliche Scheidung reduziert die Kosten spürbar.
Gemeinsames Eigentum muss oft liquidiert werden. Die WEG-Verwaltung muss über den Auszug informiert werden. Bei gemeinsamen Immobilien regelt der Kaufvertrag die Ablösung. Ein Partner kauft den anderen aus oder die Immobilie wird verkauft. Der Anwalt begleitet diese Vermögensauseinandersetzung rechtlich.
Welche Rechte habe ich bei einem Verkehrsverstoß und wann droht das Fahrerbot?
Ein Verkehrsverstoß kann von einem einfachen Bußgeld bis zum Entzug der Fahrerlaubnis führen, wobei der Anwalt die Verhältnismäßigkeit prüft, Einspruch einlegt und gegebenenfalls die gerichtliche Überprüfung des Fahrverbots erzwingt. Wer einen Bescheid erhält, sollte nicht sofort zahlen. Ein Einspruch kann innerhalb von zwei Wochen eingelegt werden. Der Anwalt prüft die Messmethode und den Vorwurf. Oft lassen sich Verfahrensfehler aufdecken. Bei schweren Vorwürfen droht das Fahrverbot.
Ein Fahrverbot belastet Berufstätige erheblich. In Härtefällen kann ein Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umgewandelt werden. Der Anwalt argumentiert gegenüber der Behörde. Er schildert die berufliche Abhängigkeit vom Fahrzeug. Die Beweislage entscheidet über den Erfolg des Antrags.
Nach einem Unfall klärt der Anwalt die Frage der Schuldhaftigkeit. Er verhandelt mit der gegnerischen Versicherung über Schadensersatz. Mietwagenkosten, Reparatur und Wertminderung fließen in die Forderung ein. Der ADAC Vertragsanwalt kennt die üblichen Regulierungspraktiken der Versicherer. Er setzt den Schaden zügig durch.
Welche Kosten entstehen für notarielle und anwaltliche Leistungen?
Die Kosten für Notare und Anwälte richten sich nach gesetzlichen Gebührentabellen, die den Streitwert oder den Geschäftswert zugrunde legen und somit für Mandanten jederzeit nachvollziehbar und transparent berechenbar sind. Ein Notar darf keine individuellen Honorare vereinbaren. Das Gerichts- und Notarkostengesetz bindet die Gebühren an den Wert der Sache. Ein Kaufvertrag über eine teure Immobilie kostet mehr als ein günstigeres Objekt. Der Anwalt arbeitet nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Auch hier ist der Streitwert ausschlaggebend.
Ein erstes Gespräch klärt die voraussichtlichen Kosten. Der Anwalt schätzt den Aufwand und nennt eine grobe Gebührenhöhe. Bei außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen fällt eine geringere Gebühr an als vor Gericht. Ein notarieller Termin beinhaltet Beurkundung, Beglaubigung und Beratung. All diese Posten sind gesetzlich fixiert. Es gibt keine versteckten Abrechnungen.

